Mittwoch, 22. April 2015

Heimgesucht: Wenn die Leseflaute zuschlägt

Uff. Na, das war dann wohl nichts mit dem so euphorisch angekündigten: "Hey, schaut mal wer wieder da ist!" Hätte ich geahnt, dass aufgrund bestimmter Umstände eine ganze Woche reine Funktsille meinerseits herrschen würde, hätte ich mich definitiv weniger aufdringlich angekündigt. Daher: Sorry für meine Abwesenheit, let's get back to business!

Tja, aber das mit dem 'business' ist momentan leider auch so eine Sache. Denn obwohl ich mich mit Händen und Füßen dagegen wehre, so hat sie mich trotzdem erwischt, diese böse, böse Bloggerkrankheit: Die Leseflaute!

Jedes Buch, das ich anfange, wird nach wenigen Seiten wieder zurück ins Regal gestellt. Keines mag mir recht gefallen oder mich fesseln, alles ist doof, blöd und uarghs. In der letzten Woche habe ich kein einziges Buch so richtig angefangen, geschweige denn beenden können.

Dass ich damit nicht alleine bin, habe ich auf vielen Bücherblogs schon feststellen können. Wie bereits erwähnt, so ist das irgendwie Ganze eine nervige Bloggerkrankheit. Denn: Gerade dann, wenn man von Verlagen Rezensionsexemplare geschickt bekommt, ist man quasi gezwungen diese in einem angemessenen Zeitraum zu lesen. Und wenn jenes Rezensionsexemplar leider gar nicht so den eigenen Erwartungen entspricht, führt das zum Frust - und dieser kann sich schnell auf das Leseverhalten im Allgemeinen auswirken.

Was also tun, wenn diese fiese Leseflaute sich einmal wieder eingeschlichen hat? Im Internet habe ich so einige Anregungen zu diesem Thema gefunden und mir drei Tipps herausgepickt, die zwar kein Patentrezept darstellen, aber vielleicht zumindest ein wenig helfen um die schreckliche Krankheit einzudämmen.



1. Her mit den alten Favoriten!
Wie oft habe ich mich schon durch ein Buch gequält, welches mir eigentlich so gar nicht gefallen hat? Danach tue ich mich immer äußerst schwer damit, einen neuen Roman zu beginnen. Zu groß ist die "Angst" wieder etwas zu erwischen, dass mich im negativen Sinne umhaut - und mir dieses wundervolle Tun, das Lesen, zu vermiesen.

Deshalb: Warum nicht einfach mal zum Altbekannten greifen, wenn einem die momentane Auswahl nicht allzu behagt? Schnappt euch euer Lieblingsbuch, lest ein paar Kapitelchen - oder auch direkt den ganzen Roman - und ihr werdet sehen, dass ihr unheimlich schnell wieder in einen sehr gleichmäßigen Lesefluss kommt, der definitiv Lust auf mehr und auch auf Neues macht.



2. Es muss nicht immer Papier sein!
Was das Zusammenspiel aus "alt" und "neu" betrifft, so kann man den Spieß auch einmal umdrehen, denn Buch muss nicht immer gleich Buch sein. So gibt es inzwischen zu fast jedem Roman das passende Hörbuch, im original-deutschsprachigen Bereich in manchen Fällen sogar vom Autor selbst gelesen. 

Natürlich ist es erst einmal ein wenig gewöhnungsbedürftig, nicht selbst die Worte vor Augen zu haben, sondern sie stattdessen zu hören zu bekommen. Dennoch können Hörbücher eine erfrischende Abwechslung zum Gedruckten sein, gerade dann, wenn man aus Platzgründen in der Bahn einfach nicht lesen kann oder nach einem langen Arbeitstag zu müde ist, die Augen weiter anzustrengen.



3. Handy aus, Augen auf!
In der Welt der neuen Medien gibt es unzählige Dinge, die unsere ungeteilte Aufmerksamkeit fordern: Spannende Fernsehserien, Smartphone-Spielchen und natürlich das liebe Internet mit seinen bekannten Social Media-Plattformen, mit denen wir immer auf dem Laufenden bleiben können. Dass wir dabei schnell schlichtweg die Zeit vergessen und unser Buch traurig und wartend in der Ecke liegen bleiben muss, ist dabei nicht verwunderlich.

Dem entgegenzuwirken ist einfach: Stellt euren Handywecker auf eine Zeit ein, in der ihr definitiv absolut nichts zu tun habt und eurer Freizeit vollkommen genießen könnt, und schaltet es nach dem Klingeln ganz aus, um euch voll und ganz für die nächste halbe Stunde auf euer Buch zu konzentrieren. Vielleicht mag diese geplante Lesezeit ein wenig erzwungen sein, doch hilft sie sehr, die Zeit an sich im Auge zu behalten, wenn man einmal wieder mitten im Facebooktrubel steckt.

Das Gleiche gilt für längere Bahnfahrten - falls diese denn mal fährt. Lasst euer Handy in der Jackentasche, ignoriert unwichtige WhatsApp-Nachrichten und macht es euch stattdessen mit eurem ausgewählten Schätzchen gemütlich. Aber Achtung, dabei nicht das Reiseziel außer Acht lassen. Nicht, dass ihr hinterher mehrere Stationen weiterfahrt, so wie es mir letztens passiert ist. ;)



Mit Sicherheit gibt es noch unzählige weitere Tricks und Tipps, um die böse Leseflaute in ihre Schranken zu verweisen. Deshalb: Welches sind eure persönlichen Kniffe in solch einer Situation? Hattet ihr überhaupt schon einmal so etwas wie eine Lesekrise, oder gehört ihr zu den Glücklichen, die wirklich immer lesen "können"?

1 Kommentar:

  1. Hi,

    ich kenne Leseflauten auch. Wenn es mir seelisch schlecht geht, dann kann ich nicht lesen. Habe ich allerdings einfach nur das Gefühl, dass mir kein Buch gefällt, dann greife ich immer zu meinen Lieblingsbüchern.
    Da habe ich überall Lesezeichen drin, damit ich meine Lieblingsstellen gleich finde. Damit überwinde ich fast alle Flauten.

    lg
    Marie

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