Sonntag, 15. März 2015

[REZENSION] 'Trainspotting' von Irvine Welsh

Buchtitel: Trainspotting
Autor: Irvine Welsh
 Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2013 (erstmals 1993)
Verlag: Heyne Verlag
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-401-06979-1
Preis: 12.99€  (Taschenbuch)

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Inhalt

Mietskasernen, Arbeitslosigkeit, miese Pubs, viel Alkohol und jede Menge Drogen: das ist der Alltag in Leith, einem heruntergekommenen Vorort von Edinburgh. Das ist auch der Alltag von Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Dianne, einer Clique von jugendlichen Außenseitern, in deren Leben sich fast alles um Drogen dreht. Wer kein Junkie ist, wird bald einer werden oder war einer oder wird bald wieder einer sein. Neben Stuff, Rausch, Entzug, Sex, Frust und Gewalt gibt es aber auch noch die Musik. Und wenn diese Anti-Helden schon alle den Blues haben, so doch zumindest mit 160 beats per minute.


Der erste Satz

Sick Boy schwitzte wien Schwein; er zitterte.


Und, wie ist es?

Ein Abstecher in die Unterwelt
Nur die Wenigsten können von sich behaupten, irgendwann einmal ganz unten gewesen zu sein: Da, wo alles so grau in grau erscheint, wenn man nicht gerade berauscht ist, wo Gewalt, Sex und alles regiert, was Körper und Geist zerstört.

Und dennoch ist da diese Neugier auf diese schlimme Unterwelt, auf dieses böse, lauernde Etwas, dem sich nur die Wenigsten entziehen können. Irvine Welsh hat diese stumme Sehnsucht erhört und ein Buch drauß gemacht - und was für eines.


Keine Helden
Wer auf einen glorreichen Kämpfer hofft, der sich seiner Probleme bewusst ist und alles daran setzt, sich aus seinem schlechten Umfeld zu lösen, der liegt hier gewaltig falsch, denn Welsh wartet mit einer ganzen Palette an Bilderbuchlosern auf, die in den Augen feiner Kleinstadtbürger erschreckender nicht sein könnten.

Da wäre zum Beispiel Mark 'Rents' Renton, der mehr-oder-weniger-Protagonist des Buches, der zynisch von einem Ärgernis ins nächste tappt, dabei jedoch noch der geistreichste seiner Gruppe ist.
Oder Frank 'Franco' Begbie, ein psychopathischer Draufgänger, der nicht einmal vor seinen Freunden Halt macht.

Einen Helden gibt es in 'Trainspotting' nicht - bloß ein paar Jungs, die irgendwie überleben.


Ein wenig rotzig, ein wenig verwirrend
Zugegebenermaßen: Es fiel mir äußerst schwer ins Buch zu kommen. Die ersten paar Kapitel bestehen aus einem reinem Wirrwarr aus unterschiedlichen Charakteren und Sichtweisen, hinzu kommt der äußerst umgangssprachliche Stil und lose Handlungsstränge, die zu Beginn keinerlei Sinn zu ergeben scheinen.

Hat man sich jedoch erst einmal auf Welshs Truppe eingespielt und den kleinen, aber bedeutsamen roten Faden erfassen können, dann lässt einen 'Trainspotting' so schnell nicht mehr los. Unverblümt und kompromisslos jagen wir mit Renton und Co. durch allerhand Exzesse, Schlägereien und was eben sonst noch dazu gehört, wenn man sich 'denen ganz unten' angeschlossen hat.


Fazit

Wer sich nach Freiheit, nach einem Moment des Abtauchen sehnt, für den ist 'Trainspotting' genau das Richtige. Ein Blick hinter die Kulissen, regiert von Chaos und Sucht, mit lebensechten Anti-Helden, die man teilweise doch irgendwie gern haben muss.

 
 Fünf von fünf Herzen, die höher schlagen!

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