Samstag, 21. März 2015

[REZENSION] 'Die Maschinen' von Ann Leckie

Buchtitel: Die Maschinen
Autorin: Ann Leckie
 Erscheinungsdatum: 9. Februar 2015
Verlag: Heyne Verlag
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 544
ISBN: 978-3-453-31636-2
Preis: 14.99€  (Taschenbuch)

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Inhalt


Breq ist eine Kämpferin, die auf einem einsamen Planeten auf Rache sinnt. Hinter ihrer verletzlichen, menschlichen Fassade verbirgt sich mehr, als es zunächst den Anschein hat: Sie wurde von den Radch geschaffen, die nach und nach das gesamte Universum unterworfen haben. Breq ist nur dem Äußeren nach eine Frau, vor allem aber ist sie ist eine perfekt konstruierte Maschine, abgerichtet zum Erobern und Töten. Nun aber beschließt sie das Unmögliche: Ganz allein will sie es mit Anaander Mianaai aufnehmen, dem unbesiegbaren Herrscher der Radch. Denn Breq will endlich frei sein.


Der erste Satz

Der Körper lag nackt mit dem Gesicht nach unten im Schnee, leichengrau, umgeben von Blutspritzern


Und, wie ist es?

Neue Welten

Wenn man mich danach fragt, welches Genre ich bevorzuge, kann ich oftmals bloß mit den Schultern zucken. „Von jedem ein bisschen, denke ich.“, ist dann meine Antwort, denn tatsächlich mache ich meinen Ausflug gerne in verschiedene Genres.

„Die Maschinen“ ist für mich so ein Ausflug. Bisher habe ich recht wenig mit Science Fiction zu tun gehabt, doch aufgrund der Tatsache, dass dieses Buch in gewissen Kreisen so hochgelobt und mehrmals ausgezeichnet wurde, hat mich letztlich neugierig gemacht. Doch sind Awards wirklich Anzeichen genug dafür, dass man es tatsächlich mit einem Meistwerk zu tun hat?


KI sein oder nicht sein

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der KI Breq, welche der abgespaltene Teil eines Schlachtschiffes ist. Eigentlich eine innovative Idee, könnte man meinen, oder? Nun ja, leider nicht ganz. Denn obwohl Breq in ihrer Vergangenheit eine Kämpferin war, die von Befehlen geleitet wurde und daher eigentlich vollkommen rational, vollkommen neutral handeln sollte, so wirken ihre Handlungen oftmals doch sehr emotional und fragwürdig. Warum gefährdet sie ihr Ziel, indem sie sich mit einen menschlichen Stolperstein aufhalst, der ihr nur Ärger einhandelt?

Vielleicht habe ich durch meine wenige Erfahrung mit Science-Fiction einfach nur eine falsche Vorstellung vom Wort „KI“, vielleicht wäre es auch zu langweilig, wenn Breq lediglich eine gefühlslose Killermaschine wäre, doch hat mich diese Art der charakterlichen Darstellung erheblich irritiert – und letztlich auch ein wenig gestört.


Nur stilistisch innovativ
Gleich zu Beginn des Buches warnt Übersetzer Bernhard Kempen vor: Ann Leckies stilistisches Mittel ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. So existieren in der Sprache der Radch keine unterschiedlichen Personalpronomen, also keine deutlich beschriebenes Aufzeigen des Geschlechts einer Person. Stattdessen werden alle Personen als „sie/ihr“ bezeichnet, sowie für Berufe die weibliche Form, zum Beispiel „Wirtin“, genutzt. Ob man da nun mit Mann oder Frau verkehrt, das muss man nun dem Kontext entschließen – denn Breq kann nicht auf Anhieb erkennen, ob ein Mensch nun männlich oder weiblich ist. Ein weiterer Punkt, der mich sehr verwundert hat. „Muttersprache“ hin oder her, wer anhand von Gestik und Mimik erkennen kann, wie es einer Person geht oder ob sie lügt, dem dürfte es doch auch nicht schwer fallen, zwischen Mann und Frau zu unterscheiden. Letztendlich ist dieses Stilmittel doch recht erfrischend und witzig, da es mich einige Male doch arg hinters Licht geführt hat.

Die Wahl der Personalpronomen ist leider allerdings nicht das einzig verwirrende. Gleich zu Beginn des Buches wird man mit allerhand Eigennamen und unbekannten Bezeichnungen bombardiert, auf deren Bedeutung man irgendwann selbst kommt, jedoch auch genauso schnell wieder vergisst. Das mag nicht schlimm sein, wenn es denn ein Glossar gäbe, das Aufklärung über das gibt, was sich denn da nun vor einem abspielt.



Dies stört den Lesefluss der ohnehin sehr vor sich hinplätschernden Story ungemein, die von Langatmigkeit und ausholenden, aber letztlich doch sehr vagen Erzählungen über sozial-politische Konflikte lebt. Auch, wenn das nun ein wenig böse klingt: Ich habe mich stellenweise wirklich von einem Höhepunkt zum nächsten gelangweilt, ohne dabei jemals das Gefühl zu haben, richtig in der Geschichte zu stecken.



Fazit





Viele Awards und Auszeichnungen machen noch lange keine gute Geschichte aus. Wo Innovation und Spannung versprochen wird, habe ich mich seufzend Seite für Seite durchgeschlagen, in der Hoffnung, eben jene Großartigkeit zu finden. Sci-Fi  „Diehard fans“ mögen hier ihren Spaß mit finden, ich hatte diesen nur mäßig.



 
 Zwei von fünf Herzen, die höher schlagen!

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