Donnerstag, 5. März 2015

[REZENSION] 'Die Auserwählten: Im Labyrinth' von James Dashner

Buchtitel: Die Auserwählten: Im Labyrinth
Autor: James Dashner
Erscheinungsdatum: 21. März 2011

Verlag: Carlsen Verlag
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 496
ISBN: 978-3-551-31231-0
Preis: 9.99€  (Taschenbuch)

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Inhalt


Er heißt Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem seltsamen Ort gelandet – einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, in dem mörderische Kreaturen lauern. Nun liegt es an ihm und den anderen Überlebenden, einen Weg in die Freiheit zu finden. Doch die Zeit drängt und nicht alle werden es schaffen...



Der erste Satz

Sein neues Leben begann im Stehen, umgeben von kalter Dunkelheit und staubiger Luft.




Und, wie ist es?

Willkommen im Labyrinth!
Mit seinem ersten Teil der 'Maze Runner'-Trilogie entführt uns James Dashner in einer Welt, in der wir niemals gerne erwachen wollen würden. Man stelle sich das schließlich einmal vor: Ohne Erinnerungen ins Unbekannte stürzen, sich auf vollkommen Fremde einlassen, während man in ständiger Gefahr schwebt. Und die Frage nach dem großen Ganzen: "Wie komme ich hier wieder heraus?"

Während ich die englische Ausgabe des ersten Bandes nach wenigen Seiten abgebrochen habe, da es mir zugegebenermaßen schwer fiel mich auf den Schreibstil einzulassen, habe ich der deutschen Übersetzung eine Chance geben wollen. Denn während viele Jugenddystopien mit einer geballten Ladung an Romantik und weniger Actionen aufwarten, so ist 'Maze Runner' in dieser Hinsicht eine kleine Besonderheit.

Strünke zum Liebhaben
Wer gerne und viele Dystopien, gerade im Jugendbuchbereich, liest, der weiß, dass die meisten Charaktere einem bestimmten Muster folgen. Da wären einmal die schüchterne Protagonistin, die sich schon nach kurzer Zeit und nahezu plötzlich in eine toughe Braut verwandelt, ihre naive und weibliche beste Freundin und natürlich der Bad Boy schlechthin, der allem Bösen mit hoch erhobenem Stinkefinger entgegentritt.

James Dashner beweist, dass es auch erfrischend anders geht. Mit Thomas schafft er einen Charakter, mit dem sich auch eine 21-jährige Leserin problemlos identifizieren kann: Ein verwirrter, verunsicherter Junge, wütend über seine Umstände und seine Unwissenheit und der nach und nach erkennen muss, dass dafür definitiv kein Platz ist. Seine Entwicklung ist äußerst nachvollziehbar und verständlich. Keine seiner Reaktionen erschien mir zu plötzlich, zu abwegig, sondern in sich stimmig und echt.

Doch auch die anderen 'Lichter', so wie sie sich nennen, kommen nicht zu kurz. Von Chuck, der jungen Quasselbacke, bis hin zu Minho, dem zynischen Läufer - sie alle weisen nicht nur eine große Lebendigkeit und realistische Darstellungsweise auf, jeder von ihnen ist an sich etwas ganz besonderes. Charaktere, die man einfach lieben - oder stellenweise hassen - muss.

Alles andere als klonk!
Nimmt die Geschichte erst einmal Fahrt auf, so möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. James Dashner schickt seine Charaktere von einer gefährlichen Situation in die andere, rasante Actionszenen reichen neuen Schicksalsschlägen in nahezu jedem Kapitel die Hand.

Nicht zuletzt liegt dies auch dem Schreibstil des Autors zu Grunde: Er weiß lebendig zu schreiben, zu überraschen und besonders mit den selbst erdachten Ausdrücken der Lichter - "Strunk" und "Klonk" zum Beispiel - dem Ganzen eine persönliche Note zu verleihen. Während ich mit der englischen Originalversion so meine Probleme hatte, so habe ich die deutsche Übersetzung in nur wenigen Tagen nahezu verschlungen.


Fazit

Ein grandioser Auftakt einer Trilogie, die fesselnder nicht sein könnte. 'Maze Runner' ist eine Dystopie der besonderen Art, mit Charakteren, die man lieben muss und einem Geheimnis, das einem das Fürchten lehrt!


Fünf von fünf Herzen, die höher schlagen!

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