Sonntag, 15. Februar 2015

[REZENSION] 'Der Fluch der Halblinge' von Prisca Burrows

Buchtitel: Der Fluch der Halblinge
Autorin: Prisca Burrows
Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2012

Verlag: Bastei Lübbe (Basteil Lübbe Taschenbuch)
Format: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 414
ISBN: 978-3-404-20688-9
Preis: 15.00€

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Inhalt

Seit langer Zeit leben die Halblinge als Sklaven von Menschen und Elfen. Sie kennen kein anderes Schicksal. Fionn Hellhaar ist so ein Halbling. Er hat Geburtstag, und sein Herr hat ihm gestattet, mit den anderen Sklaven zu feiern. Doch in der Nacht wird ein Mensch im Haus ermordet. Es soll ein Halbling gewesen sein. Die Folgen sind verheerend: Alle Halblinge werden eingekerkert - bis auf Fionn, der in letzter Sekunde fliehen kann. Inmitten einer feindlichen Umgebung schmiedet er einen Plan. Er will sein Volk befreien. Nicht nur aus den Kerkern, sondern auch aus der Sklaverei.




Der erste Satz

"Da sind sie!"


Und, wie ist es?

 Alte Bekannte
 Halblinge? Halt, die kennen wir doch irgendwo her! Und tatsächlich: In "Fluch der Halblinge" bedient sich Autorin Prisca Burrows jener fiktiven Wesen, die wir ihrem Schöpfer J.R.R. Tolkien zu verdanken haben - den Hobbits, oder eben auch als Halblinge bekannt -, gibt ihnen den neuen Beinamen "Bogins" und schickt ihren Protagonisten auf eine Reise, die fast schon einem Bilbo Beutlin würdig ist.

Gleich zu Beginn ist Halbling Fionn auf der Flucht: Ein Mensch wurde im Hause seines Meisters mit der Waffe eines Bogins ermordet, sodass der Verdacht gleich auf die kleinen, gemütlichen Wesen fällt. Eindrucksvoll beschreibt Prisca Burrows, die mit bürgerlichem Namen übrigens Uschi Zietsch heißt, wie ihr verängstigter Protagonist, der bisweilen alles andere als an Abenteuern und langen Reisen interessiert war, in eine ihm bisweilen vollkommen fremde Welt stolpert, die vor Gefahren nur so strotzt.

Charakterstarke Verbündete
 Zu seinem Glück muss der gemütliche Halbling dieses Abenteuer aber nicht alleine durchstehen. Unterstützt wird er vor allem von Tuagh, einem wort- und gefühlskargen Wanderkrieger, sowie einer ganzen Reihe bunter Charakterer unterschiedlichster Art.

Und besonders hierin scheint Burrows' besondere Stärke zu liegen: Jeder ihrer geschaffenen Begleiter besitzt eine ganz eigene, (mehr oder minder) lebhafte Art. Niemand bleibt blass im Hintergrund zurück, jedem einzelnen wird nicht nur Leben, sondern auch eine Bedeutung eingehaucht. Man kann einfach nicht anders als mitfühlen und mitfiebern.

Keine große Schlacht
Trotz High-Fantasy-Charakter kommt "Der Fluch der Halblinge" fast gänzlich ohne riesiges Schlachtfest aus. Hier und da gibt es ein paar größere Kämpfe, die äußerst dynamisch und schnell beschrieben werden, doch liegt das Hauptaugenmerk eindeutig auf Fionns Reise an sich und die charakterliche Entwicklung, die die einzelnen Mitglieder der Gruppe im Laufe der Zeit durchleben. Für den ein oder anderen, der das Lesen über epische Kriege bevorzugt, könnte dies ein wenig langweilig sein, mich hat diese Tatsache aber eher weniger gestört. Prisca Burrows schreibt sehr flüssig und lebendig, weshalb auch ruhigere Situationen dennoch ihren Reiz besitzen.

Rasche Aufklärung
So lang und beschwerlich sich auch Fionns Abenteuer erweisen mag, so muss ich gestehen, dass mich das Ende sehr überrascht hat - leider ein wenig zu sehr. Mir kam der plötzliche Stop sehr plötzlich vor, hierbei hatte ich mir doch ein wenig mehr erhofft.


Fazit

Überraschende Entwicklungen, eine spannende Reise und Charaktere, die man einfach lieben muss. Prisca Burrows erschafft eine wundervolle Welt, in der ich mich gerne befunden habe - wenn auch leider irgendwie zu kurz.

 

Vier von fünf Herzen, die höher schlagen!

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